Bilder des Wohnens. Eine Anthologie zu Theorien des Wohnens

Im Rahmen des Teilprojektes ist die Erarbeitung und Herausgabe einer Anthologie mit Schlüsseltexten zum Wohnen und seinen Bildern vorgesehen.

Das Haus als lebender Organismus, Grafik aus: Paulette Bernège, Si les femmes faisaient les maisons, Paris 1928, S. 23.

Die bisherige Auseinandersetzung mit den entsprechenden Theorien des Wohnens hat sich auf einige zentrale Schriften beschränkt. Zu ihnen gehören vor allem Martin Heideggers Vortrag „Bauen, Wohnen, Denken“ aus dem Jahr 1951, der sowohl in der Philosophie wie auch in der Architektur und in der Kulturwissenschaft vielfach rezipiert worden ist, Gaston Bachelards „Poétique de l’espace“ (1957) mit ihrem Schwerpunkt auf literarischen Darstellungen von (Wohn)räumen und Otto Friedrich Bollnows phänomenologische Raumtheorie (1963), innerhalb derer das Wohnen ein wichtiges Kapitel einnimmt. Diese Auswahl beschränkt sich wesentlich auf einen anthropologischen, phänomenologischen und ontologischen Begriff des Wohnens. Er ist zu ergänzen über Texte, die das Wohnen als soziokulturelle Praxis, als Poiesis sowie als Disziplin begreifen. Von ihrem Aufbau sieht die Anthologie eine historische Ordnung der Texte vor. Zu jedem Text wird es eine Einführung geben, die sowohl nach dem Werkzusammenhang fragt, in dem der einzelne Text steht, wie auch nach den Bildern des Wohnens, die dem Text explizit oder implizit zugrunde liegen. Aufbauend auf der These, dass jede Theorie des Wohnens von solchen Bildern angeleitet wird bzw. sie verarbeitet, sollen sie eigens Darstellung finden. Dies kann von konkreten Architekturen wie dem Heideggerschen Schwarzwaldhof über Tierbauten bis hin zu literarischen Ekphrasen, Fotografien und Filmen von Wohnräumen reichen.