BildRaum. Repräsentation und Erzeugung von Architekturen im fotografischen Bild

Das Teilprojekt „BildRaum“ untersucht auf einer grundlegenden Ebene die medialen Bedingungen fotografischer Raum- und Architektur­repräsentation. Im Zentrum steht nicht die fotografische Wiedergabe konkreter Architektur, sondern die ästhetische Erforschung der Beziehung zwischen Bild und Raum.

BildRaum #4
2014
Fine Art Print
45 × 60 cm
BildRaum #6
2014
Fine Art Print
45 × 60 cm

Im Rahmen der bildnerischen Auseinandersetzung werden insbesondere jene Tendenzen in der zeitgenössischen Architektur aufgegriffen, die statische Gebäude- und Raumkonzepte zugunsten beweglicher, fließender und transparenter Elemente aufgeben. Erscheinungsformen aus Bionik oder Biomorphologie stehen Pate für Entwürfe in Design und Architektur, deren Wurzeln bis in die ausgehenden 1960er und die beginnenden 1970er Jahre zurückreichen. Der fotografische Diskurs bindet entsprechend eine Entwicklung in der Gestaltung von Architektur und Gebrauchsgegenständen ein, die sich zunehmend an Naturformen orientiert. Ebenso gibt es ästhetische Referenzen auf die Immaterialität transzendenter und virtueller Räume sowie auf die flirrenden Oberflächen allgegenwärtiger Bildschirme.

Für den experimentellen Bildentwurf ist die Beziehung der räumlichen Komponenten untereinander ebenso bedeutsam wie die Relation des gesamten architektonischen Gefüges zum Bild. Ganz im Sinne der Auffassung von László Moholy-Nagy „Fotografie ist Lichtgestaltung“ untersucht das Teilprojekt hierbei, wie der Umgang mit Licht die Darstellung von architektonischen Gebilden im Fokus der Kamera verändert. So werden die strukturellen und perspektivischen Hierarchien der einzelnen Bildelemente mittels der Lichtführung einerseits, durch Überlagerung und spezifische Aufnahmewinkel andererseits aus der Tiefe des Bildraums in die Fläche überführt und umgekehrt. Die verdichtete Wechselbeziehung zwischen Architektur und Bildmedium führt zu Kippbildern zwei- und dreidimensionaler Wirkung. Der Bildraum wird zum beständigen Erfahrungsraum des nach Orientierung suchenden Blicks. Die Abstraktion bleibt trotz architektonischer Konkretion erhalten, wodurch die ästhetische Wahrnehmung von Architektur fokussiert wird. Das Konstruktivistische integriert organische Formen. Jeder Bildentwurf ist eine optische Versuchsanordnung, die mit der Sinneswahrnehmung und der Wahrnehmungserwartung des Betrachters spielt. Dabei verändert die geringste Verschiebung eines einzigen Elements nachhaltig die visuelle Konstruktion und Gestalt.

Zusammenfassend zielt das Projekt auf eine Dekonstruktion und Konstruktion von Architektur mit Hilfe des fotografischen Apparats. Darüber gestellte Fragen an den Raum und die (architektonische) Form, an das Licht und die Farbe und die aus diesen Gestaltungselementen hervorgehenden Atmosphären und Bedeutungen von Räumen sollen für die Analyse von Bildern des Wohnens produktiv gemacht werden.