EBEN – halthaushaushalt für ein körpergedächtnis

In dem Teilprojekt „EBEN – halthaushaushalt für ein körpergedächtnis“ wird das fotografische Bild im Dialog mit dreidimensionalen Dingen untersucht. Bilder des Wohnens sowie reale Gegenstände des Haushalts dienen als Werkstoff skulpturalen Handelns im Raum.

Titel: aus der luft gegriffen
Material: holz, nylon
Größe: 29 × 21 × 1,5 cm
Jahr: 2012
Titel: lass die kirche im dorf
Material: Kreide, Kunststoff
Größe: 45 × 31 × 21cm
Jahr: 2011

Zur Methode: Das Projekt ist als eine interdisziplinäre, verschiedene Medien und gestalterische Ausdrucksformen einbeziehende Untersuchung angelegt. Es arbeitet ebenso mit der Fotografie wie auch mit dem Objekt und der Raumkunst (Installation). Im Fokus steht das experimentelle Tun mit den unterschiedlichen Medien und Materialen für die Entwicklung autonomer Objekte. Material-Fragmente treffen hierbei auf Ikonen des Haushalts wie zum Beispiel dem Sieb in Gestalt des >miracle shopping-basket: it holds water< der englischen Einkaufskette boots von 1985. (Vergleich: Monuments and Maidens, The allegory of female form, Kapitel 11, The Sieve of Tuccia; Maria Warner 1996)

Formen und Inhalte dieser Ikonen werden gegen sich selbst gesetzt sowie wechselseitig ausgerichtet und befragt. Suchendes Handeln lässt Zwischenbilder, Leerstellen oder Landschaften, die man nicht einzäunen kann, entstehen. Ein klares Festlegen von Perspektiven und Bildausschnitten steht neben blinden Flecken des Forschens im Raum. Folgende Materialien und Medien werden neben Haushaltsgegenständen und Werkzeugen einer Wohlstandsgesellschaft im Einzelnen genutzt: Buchstaben, Worte, Zeichnungen, fotografische Reproduktionen (Material aus unterschiedlichen Büchern der 1950er und 1960er Jahre mit Bildgegenständen wie Home making, englisches Interieur sowie Abbildungen von Wohnanlagen der japanischen Holzschnittkunst des 16. bis 18. Jahrhunderts), digitale Bilder, Folien, Projektionen, Licht, Video, Plastik und Objekt im Raum. Die heterogene Ansammlung der Dinge, das finale Bild „EBEN“ wird durch ein architekturbezogenes Ausrichten der Elemente vor Ort aktualisiert.

Ein solches skulpturales Handeln mit Ikonen des Haushalts und historischen Bildern des Wohnens hinterfragt das Wohnen als ein Einrichten und Zurichten von Räumen. Gleichzeitig werden gegenwärtige Fragen der Künste gestellt: Welche Bedeutung haben die Bildträger? Wo sind die Grenzen des Bildes im Raum? Was ist ein Bild?